Geniessen

Abendessen mit Gästen

29. Juli 2017

Super Idee. Die Frau meinte, dass das Wetter doch jetzt gegen Abend ganz wundervoll ein Picknick erlauben würde. Auf einer Bank an der Seepromenade. Soweit so gut. Als deckten wir uns ein mit dem, was man für ein Seepicknick eben so braucht: Baguette, Oliven, Cidre und … Fischzeugs. Sobald wir letztes ausgepackt hatten, waren wir nicht mehr allein. Möwen. Hinterhältig pirschten Sie sich heran. Zu Fuß, wohlgemerkt. Auf eine durchaus als zutraulich zu beschreibende Distanz, die mir allmählich Unwohlsein bereitet. Und die Frau frohlockte und jauchzte, ob der „niedlichen Tiere“ und der Möglichkeit, ganz wunderbare Nahfotos dieser Spezies zu schiessen. Dann kam ihr – natürlich – der Gedanke, unser Abendessen zu teilen. Und ich sagte noch

„Füttere bitte die Möwen nicht, Schatz…!“

Nutzte alles nichts, denn die Frau ist selbstredend dem Mitleid erhaschenden Blick aus treuen Tieraugen gegenüber völlig wehr- und willenlos. Wenn ich so schaue, dann nutzt das original gar nichts. Aber eine laut vor sich hin lamentierende Möwe, die den Eindruck hinterlässt, seit Wochen nix gefressen zu haben und dann auch noch siegessicher den Kopf schräg legt… können Sie sich an James Belushi in „Blues Brothers“ erinnern, als er bei der erzürnten Carrie Fisher genau das gleiche macht? Im Tunnel? Sie wissen schon. Dackelblick und Kopf schräg legen. Und, was passiert? Richtig. Sie fällt drauf rein und er lässt sie im wahrsten Sinne des Wortes fallen, als er erreicht hat, was er wollte. Die Möwe machte es ähnlich. Kaum hatte sie die Frau weich gekriegt, schon wurde sie immer zudringlicher und überdies verdoppelte sie sich. Ja, plötzlich waren sie zu zweit. Und mein Unbehagen wuchs…

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